Die letzten Stunden Jesu bis zu seinem Tod am Kreuz mitfühlen und so Jesus auf besondere Weise nahekommen. Das war das Ziel des Kreuzwegs, zu dem Pfarrerin Christiane Unverzagt und Pfarrerin Marie Eisenbach Mitte März eingeladen hatten. Zusammen mit den neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden, dem Chor New Spirit unter Leitung von Andrea Leipold, der Feuerwehr als Absicherung und einer Vielzahl an Gläubigen traf man sich am Kirchplatz „Wilder Stein“. Dieser lag bereits im Dunkeln, sodass die leise und mit Bedacht gesprochenen Worte der beiden Pfarrerinnen besonders eindrücklich aufgenommen wurden. „Wir wachen und beten heute Abend. Gehen den Kreuzweg. Schauen auf Jesu Kreuz und bedenken die Kreuze, die unser Leben bedrücken“, begann Pfarrerin Christiane Unverzagt. Im Schein der Fackeln, mit denen die Jungen und Mädchen des neuen Konfirmandenjahrgangs dem Zug vorausgingen, beleuchtet von der ein oder anderen Taschenlampe in der Mitte und der Feuerwehr am Zugende, setzten sich die Teilnehmenden in Bewegung. Ein großes Holzkreuz, abwechselnd getragen von den Jugendlichen, machte an fünf Stationen Halt, der letzte am Platz vor der Kirche in Wallroth. An den einzelnen Stationen verlas Pfarrerin Eisenbach das Leiden Jesu aus dem Markusevangelium, vom Hohn der Hohenpriester, dass sich „Christus, der König von Israel“ nicht selber helfen könne, von seinem Hilfeschrei, warum Gott ihn verlassen habe und vom Verrat des Petrus, der Jesus dreimal verleugnete, ehe der Hahn zweimal krähte. Pfarrerin Unverzagt ging anschließend auf die Bedeutung der Worte in unserer Zeit ein und sprach von den Kreuzen, die jeder Einzelne, aber auch wir als Gesellschaft zu tragen haben, Kreuze von Krankheit, Sterben und Tod, vom gesellschaftlichen Sterben, von zerbrochenen Beziehungen und von bedrückenden Kriegen und Hungersnöten. Musikalisch untermalt wurde der Kreuzweg vom Chor New Spirit mit dem Taizélied „Bleibet hier und wachet mit mir“. „Wachend und betend haben wir auf Jesu Kreuz und die Kreuze in unserem Leben geschaut. Die Kreuze in unserem Leben bleiben schwer, doch er hilft mittragen, der selbst das Holz schwer auf der Schulter trug“, endete Pfarrerin Unverzagt, bevor mit einem gemeinsamen Vater unser bei Glockengeläut der eindrückliche Kreuzweg zu Ende ging.
